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Die E-Bilanz wird konkret

05.10.2011 | SAP-Beratung:

Die Veranstaltung beginnt, wie die E-Bilanz selbst, mit ein wenig Verspätung. Am Nachmittag des 29. September 2011 um kurz nach 15 Uhr treten Jörg Reimann von der Syncwork AG und Karina Frille von Ebner Stolz Mönning Bachem (Ebner Stolz) an das Rednerpult, um die Teilnehmer zu begrüßen. Im siebten Stock des Ku‘damm 101 Hotels in Berlin finden sich an diesem Spätsommernachmittag trotz 24°C und strahlendem Sonnenschein etwa 40 Teilnehmer zur Veranstaltung „Die E-Bilanz wird konkret“ ein.

Der Termin ist gut gewählt. Die inzwischen mehrere Jahre dauernde Geschichte der E-Bilanz erreicht genau an diesem Septembertag ihren vorläufigen Höhepunkt. Am Morgen hatte das Bundesministerium der Finanzen (BMF) das endgültige Anwendungsschreiben zur E-Bilanz veröffentlicht. Trotz der Ankündigung dieses finalen Schreibens für Ende September, wissen die meisten Teilnehmer noch nichts von der erfolgten Veröffentlichung und die seitens Syncwork mitgebrachten Exemplare des Schreibens sind innerhalb kurzer Zeit vergriffen.

„Ich versuche es dann heute mal auf hoch-schwäbisch“ eröffnet Jochen Kirsammer von Ebner Stolz seinen Vortrag. Er ist aus Reutlingen angereist und seine Herkunft ist ihm deutlich anzuhören. „Und notfalls wird Frau Frille meinen Vortrag dann im Anschluss ins Hochdeutsche übersetzen“. Jochen Kirsammer, erfahrener Steuerberater und Teilnehmer an der Pilotphase des BMF, erläutert im ersten Vortrag des Tages die E-Bilanz aus fachlicher Sicht. Neben den theoretischen Grundlagen der E-Bilanz geht Kirsammer auf Erfahrungen aus der Pilotphase und beispielhafte Problemfelder ein.

Die folgende Kaffeepause nutzen viele Teilnehmer der Veranstaltung für ein Sonnenbad auf der umlaufenden Terrasse mit Panoramablick über die City West. Andere decken sich an den Messeständen von Syncwork und Ebner Stolz mit Informationsmaterial ein.

Dann ist es an Dr. Albrecht Hoene, die E-Bilanz Umstellung aus technischer Sicht darzustellen. Er geht dabei auf die Phasen und Bestandteile eines klassischen IT-Projektes ein. Ein Blick in die Gesichter der Zuhörer verrät: Vielen wird erst jetzt richtig klar, wie viel Aufwand da auf sie zukommt. Dann spricht Dr. Albrecht Hoene über die Angebote der ERP-Softwarehersteller zur E-Bilanz und über unabhängige Tools. Special guest Marina Bähn von der SAP muss allerdings zugeben: „Wir können jetzt noch nicht genau sagen, wie unsere Lösung am Ende aussehen wird“.

Bei Chili-Honig-Hähnchenspießen und Erdbeeren im Schokoladenmantel gibt es im Anschluss Gelegenheit zur weiteren Diskussion und zu einem ersten Feedback. „Auch für mich waren neue Erkenntnisse dabei, insbesondere im fachlichen Bereich“, sagt IT-Unternehmer Klaus Beck-Dede von adept consult, der selbst ein Tool zur Übermittlung der E-Bilanz entwickelt hat. Ebenfalls zufrieden zeigt sich Angela Laumert, Steuerberaterin bei der Pro Klinik Holding aus Neuruppin: „Eine rundum gelungene Veranstaltung“.

Die gemeinsame Veranstaltung einer Steuerberatung und einer Unternehmensberatung im Bereich Informationstechnologie bot den Teilnehmern die Möglichkeit das Thema E-Bilanz aus allen Blickwinkeln zu beleuchten und so optimal vorbereitet zu sein, um die Umstellung erfolgreich und mit möglichst geringem Kosten- und Personalaufwand zu meistern.

Was versteht man unter E-Bilanz?

Ab 2012 müssen alle in Deutschland bilanzierungspflichtigen Unternehmen den Inhalt der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung elektronisch nach amtlich vorgeschriebenem Datensatz (Taxonomie) in einem bestimmten Format (XBRL) an die Finanzverwaltung übermitteln. Das endgültige Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen zur Einführung der E-Bilanz wurde am 29. September 2011 veröffentlicht, die endgültige Taxonomie steht weiterhin aus.

Nach massiven Protesten der Unternehmensverbände und den Erkenntnissen aus der Pilotphase, wird es für das Jahr 2012  eine Nichtbeanstandungsregelung geben, die weiterhin eine Abgabe in Papierform ermöglicht und die E-Bilanz somit faktisch um ein weiteres Jahr verschiebt. Von Experten wird dennoch immer wieder auf den massiven Handlungsdruck bereits zum jetzigen Zeitpunkt hingewiesen.

Die Umstellung auf die E-Bilanz ist ein komplexes Projekt, bei dem die Abteilungen Rechnungswesen, Steuern und IT sowie der Steuerberater miteinander kooperieren müssen. Die Übermittlung in einem speziellen Format und die Notwendigkeit von Schulungen der Mitarbeiter stellen Unternehmen vor zusätzliche Herausforderungen. Unternehmensverbände rechnen mit Umstellungskosten im dreistelligen Millionenbereich. Diese „Kostenexplosion“ thematisiert ebenfalls der am 17. August 2011 veröffentlichte Artikel der „Welt Kompakt“.

Download

Flyer zur Informationsveranstaltung „Die E-Bilanz wird konkret“ am 29.09.2011 in Berlin

Artikel „Kostenexplosion bei E-Bilanz“ in Welt Kompakt vom 17.08.2011 (Alexander Rackow)

Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen zur Einführung der E-Bilanz

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